Mein Einkaufsbummel

Nicht erst seit der Corona-Krise ist mir bewusst, wie wertvoll unsere heimischen Bio-Produzenten sind. Aber erst seit Kurzem ist das gezielte regionale Einkaufen für mich noch einfacher.

Vier Hofläden in unmittelbarer Nähe haben in den vergangenen Wochen aufgesperrt und versorgen mich und meine Familie mit Fleisch, Milchprodukten, Getreide usw.

Mit meiner Vorstellrunde möchte ich euch Gusto darauf machen, auch nach dem Hofladen in eurer Nähe Ausschau zu halten und zuerst dort einzukehren, bevor der Weg zum Supermarkt führt.

Großes Sortiment

Der am umfangreichsten ausgestattete und für mich perfekt inszenierte Hofladen befindet sich etwas versteckt an einer kleinen Einfahrt an der Straße zwischen Freistadt und Kefermarkt. Der „Krammerladen“ gehört zur Ortschaft „Grub“ in der Gemeinde Lasberg. Das Doppel-M ist übrigens kein Schreibfehler, sondern leitet sich von den Eigentümern Krammer-Pinter ab.

Die Chefin ist Monika Pinter – sie hat auf den  Hof ihres Mannes eingeheiratet und vor zehn Jahren schon begonnen, Bio-Produkte direkt zu vermarkten. Aber erst heuer erfüllte sie sich ihren Herzenswunsch und baute die alte Werkstatt am Hof zu einem Laden um – sehr stilvoll mit der ehemaligen Werkbank als Kassenpult, Gewölbe, rohen Ziegelbögen und schönen, schlichten Regalen.

Hier gibt’s alles, was man so braucht – von Speck und Milch über Brot und Getreide bis zu Pflegeprodukten. Vieles aus eigener Erzeugung, aber auch bekannte Biomarken wie Sonnentor sind vertreten. Die Öffnungszeiten wollen allerdings beachtet werden – die sollte man sich im Kalender eintragen, damit man sie nicht übersieht:

Mittwoch 9:00 bis 12:00
Freitag 14:00 bis 18:00
und jeden 1. Samstag im Monat von 9:00 bis 12:00

Der Seminar-Hof

Als Seminarbäuerin ist Christa Seyr bekannt. Am Seyrhof kann man aber auch herrlich feiern und sich kulinarisch verwöhnen lassen.

Seit kurzem leuchtet am Parkplatz die kleine rote Selbstvermarkterhütte mit Milchprodukten, Getreide und so manchem Fertiggericht im Glas aus Christas Küche.- Ganz famos zum Beispiel das Maibock-Ragout nach einem Rezept von Mühlvierteln-Koch Georg Friedl.

Der Seyr-Laden ist ein Selbstbedienungsladen, der bei der Bezahlung auf die Ehrlichkeit der Einkäufer/innen vertraut.

Die Dufttankstelle im Schloss

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert auch der winzige Hofladen im Gewölbe des Wirtschaftstraktes von Schloss Tannbach. Die privaten Schlossbesitzer bieten hier Lavendelprodukte aus eigener Erzeugung, aber auch Milchprodukte (zum Beispiel den formidablen Ortner Schafkäse) und sogar etwas Kunsthandwerk an. Fixe Öffnungszeiten gibt’s auch hier keine – Einkaufen rund um die Uhr sozusagen.

Für Fleischtiger

Ganz auf Fleisch und Fleischprodukte hat sich der kleine Hofladen der Landwirte Bernhard Krennbauer und Peter Schaller spezialisiert, der über Nacht ab 20 Uhr geschlossen ist. Unter dem Label Biohof-Genuss gibt’s hier sagenhaft Gutes vom Angus Rind oder vom Durocschwein. Alles Bio und zum Teil bereits zu köstlichen Gerichten im Glas oder in der Wursthaut verarbeitet. Verkostet haben wir bereits das feine Sugo, das Verhackerte und auch die kräftigen Käsekrainer. Das gekochte Rindfleisch aus dem Frischfleischverkauf war ein Gedicht! Auch Vorbestellungen werden über die Webseite entgegengenommen – im September geht’s wieder richtig los.

Nahversorgung danke!

Wer so feine Angebote direkt vor der Haustüre nutzen kann, darf sich echt glücklich schätzen. Wobei auch noch erwähnt sei, dass auch die örtlichen Supermärkte (Spar und Unimarkt) in Gutau sowie die zwei aktiven Bäcker (Reisinger und Kiesenhofer) einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung leisten. Lediglich bei Obst und Gemüse würde ich mir noch eine lokale Quelle wünschen, die ausgleichen kann, was der eigene Garten nicht mehr hergibt.

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